richtig intelligent Lüften und Heizen

Grundlagen - Was Sie wissen sollten!

warme Luft dehnt sich aus und wird dadurch leichter

ausdehnung bei wärmeWeil sich erwärmte Luft ausdehnt, entsteht ein „leichter“ Überdruck in geschlossenen Räumen. Ähnlich verhält es sich auch mit Flüssigkeiten. Bei Wasser ist dieses Phänomen auch zu beobachten. Daher sollte Wasser nur in einem offenen Behälter zum Kochen gebracht werden. Wird Wasser in einem fest geschlossenen Behälter erhitzt, besteht die Gefahr der Explosion. Ein gutes Beispiel für die Eigenschaftsveränderung der Luft ist der Heißluftballon. Wird die Luft durch einen Brenner erwärmt, kann der Ballon durch die „leichtere" Luft aufsteigen. Die Aufstiegskraft reicht sogar aus, um einen Korb mit Menschen anzuheben. Die Aufstiegsfähigkeit wird als Thermik bezeichnet.

warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen

Stellen Sie sich vor, dass warme Luft wie ein Magnet für Wasser ist. Je wärmer die Luft, umso mehr Feuchtigkeit möchte sie aufnehmen. So verdunstet im Sommer folglich mehr Wasser aus den Gewässern. Kalte Luft unter 0 C° ist dagegen sehr trocken.

  • 1m³ Luft bei 10 C° nimmt 9,41 g Wasser auf
  • 1m³ Luft bei 30 C° nimmt 30,38 g Wasser auf
  • 1m³ Luft bei 60 C° nimmt über 100 g Wasser auf

Wasser aus der Luft sammelt sich als Kondenswasser an kälteren Gegenständen

kondensIch glaube, wir kennen es alle. Nach dem ausgiebigen Duschen im Badezimmer ist überall Kondenswasser an Fenstern und Fliesen zu finden. Die Fliese oder auch das Fenster ist in diesem Augenblick kälter als die Luft und kühlt die Luft demnach ab. Die abgekühlte Luft hat nicht mehr das große Bestreben, die Feuchtigkeit zu halten. So werden viele Wassermoleküle an die kalte Oberfläche abgegeben, wo Sie sich dann zu Wassertropfen formieren.

Wer diese drei Punkte versteht, hat alles Wissen, um richtig zu lüften.

Die richtige Luftfeuchtigkeit im Wohnbereich ist entscheidend für ein gesundes Wohnklima.

Luftfeuchtegehalt für den Wohnbereich

lueften50 % Luftfeuchte wird als sinnvoller und gesunder Durchschnittswert betrachtet (Prof. Dr. med. Helmut Fabel).

 

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass der Luftfeuchtigkeitswert von 40 - 60% optimal ist.

Luftfeuchtigkeit zu niedrig

Luftfeuchtigkeit im Bereich ab 30 % und niedriger ist für die Atemwege belastend und kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Normalerweise wird über die Atemwege das eingeatmete Luftgemisch bis zu 100% mit Feuchtigkeit gesättigt. Bei einer gestörten Nasenatmung kann das zu trockene Klima zur Austrocknung der unteren und auch der oberen Atemwege führen. Die Austrocknung der Schleimhaut im oberen Bereich kann zu Husten und bronchialen Beschwerden bis zur Bronchitis führen.

Luftfeuchtigkeit zu hoch

Haben wir über 70 % Luftfeuchtigkeit kann dieses ebenfalls nachteilig sein. Bei einem zu hohen Wassergehalt bilden sich gerne Pilze und Schimmel, welche dann über die Atemwege eingeatmet werden. Gerade kleine Kinder sind hier besonders anfällig und damit gefährdet durch die Kontamination mit Pilzen und Schimmelsporen. Es gibt einige Studien, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Das Fazit lautet, dass Pilze und Schimmel Allergien und Reizungen auslösen können. Kleine Mengen werden von Erwachsenen durch das Immunsystem beseitigt. Da jeder Mensch aber unterschiedlich stark ist, können hier keine genauen Angaben gemacht werden, ab wann mit einer ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigung zu rechnen ist. Daher gilt: Pilze und Schimmel sind grundsätzlich aus der Haushaltsluft zu verbannen.

Die richtige Temperatur

Temperaturwahl nach Wohnbereichen

Ich persönlich schlafe lieber in einem kälteren Zimmer. Ist es zu warm, habe ich ein Problem. Ganz anders verhält es sich bei meiner besseren Hälfte. Hier kann es nicht warm genug sein. Je nach Person gibt es auch unterschiedliche Empfindungen, was die Wärme im Wohnbereich betrifft. So gibt es einige Experten, die tropische 28 C° als Wohnklima nutzen. Generell gibt es aber ein paar Richtwerte, die zu einem gesunden Wohnklima beitragen.

teppichSo sind im Wohnbereich Temperaturen zum Entspannen zu wählen. Diese liegen zwischen 20 und 22 C°. Für den Arbeitsbereich und den Schlafbereich werden eher etwas kühlere Temperaturen gewählt. Diese liegen zwischen 17 und 18 C°. Auch wenn sie es nur gut mit Ihren Kindern meinen, mögen Kinder es nicht ganz so warm. Dieses hängt mit der körperlichen Aktivität zusammen, die bei den Kindern selbst Wärme produziert. Beobachten konnte ich das selbst, denn wenn ich bei 20 C° einen Pullover anhabe, springen meine Kinder im T-Shirt und mit Unterhose durch die Wohnung. Jedoch sollte bei den Kindern auch Nachts die Temperatur nicht unter 16 C° sinken.

Zu hohe Zimmertemperaturen

Gerade in den kälteren Jahreszeiten kann eine zu hoch gewählte Zimmertemperatur zu unnötigen Belastungen führen.

Zum ersten ist der Temperaturunterschied um einiges größer und damit hat der Körper wesentlich mehr zu tun, die eigene Temperatur im Verhältnis zur Außentemperatur zu regulieren.

Als zweiter Punkt ist die warme Luft dafür verantwortlich, dass die Atemwege, die Haut und die Augenbindehaut schneller austrocknen. Somit sind Sie für chemische Schadstoffe und infektiöse Erreger anfälliger. Reizungen, Husten und damit verbunden ein beeinträchtigtes Lebendsgefühl sind die Folge.

Ein auch nicht ganz unwesentlicher Punkt ist der enorm hohe Energieverbrauch, der durch zu hohe Temperaturen entsteht und finanziell zu Buche schlägt. 80% unserer Energie, die wir im Haushalt benötigen, fällt auf die Beheizung des Wohnbereiches. Energieexperten haben errechnet, dass durch die Verminderung der Raumtemperatur von ca. 1 C° der Energiebedarf um 6% gedrosselt werden kann.

Wir alle wissen das unser Planet so oder so schon genug unter uns "leidet". CO² wird auch hier um einiges mehr produziert. Umweltschutz geht uns alle an.

Zu niedrige Zimmertemperaturen

Wer zu sparsam ist riskiert ebenfalls ein ungesundes Wohnklima. So ist der eigene Energieverbrauch des Körpes um einiges höher, da er sich ja selbst aufheizen muss um seine Betriebstemperatur zu halten.

Gefählicher jedoch ist die Tatsache, dass bei zu geringer Temperatur im Wohnbereich Kondenswasser entstehen kann. Dies liegt an der warmen und feuchten Innenluft die sich am kälteren Mauerwerk abkühlt und dort ein Teil der Luftfeuchtigkeit an die Mauer bzw. Putz abgibt (Kondenswasserbildung). Wenn jetzt das Kondenswasser über längere Zeit im Putz verbleibt ist es ein optimaler Nährboden für die Ausbreitung von Pilzen und Schimmelsporen die sich dann als dunkle Flecken zeigen. Es riecht nicht nur muffig sondern ist auch ungesund diese Sporen ständig einzuatmen.

Bereiche die besonders duch Schimmelbefall gefärdet sind
schimmel

Bereiche in denen besonders viel Luftfeuchtigkeit entsteht und auch Zimmer die niedriger temperiert werden sind besonders anfällig

  • Bad - Fensterbereich - Außenwandbereich
  • Küche - Außenwände - Ecken
  • Kammer und Abstellräume - Außenwände und Ecken
  • Schlafzimmer - Außenwände und Ecken

Schimmel ist ein Phänomen welches anscheinend recht häufig auftritt. Daher gibt es zu diesem Thema auch zahlreiche Blogs und Foren die sich mit allgemeinen Fragen, den Ursachen und deren Beseitigung auseinandersetzen. Vorbeugen ist besser als den Schaden später teuer zu sanieren.

Taupunktrechner

Wann bildet sich Tauwasser?Mit dem Taupunktrechner haben Sie die Möglichkeit den Taupunkt/Kondensationspunkt in C° zu berechnen. Gibt es Bereiche im Zimmer an denen die Wandtemperatur unter dem Taupunkt liegt wird dort höchstwarscheinlich Wasser kondensieren. Sind die Stellen wenig durch ausreichende Luftzirkulation immer wieder im Trocknungsprozess wird das Wasser (Kondenswasser) dort eine Weile verbleiben. Die Luft hat generell einen geringen Anteile von Pilz- und Schimmelsporen. Das Wasser ist so ein optimaler Nährboden für Pilz- und Schimmelsporen aus der Luft. Hat der Schimmel an der besagten Stelle erst mal "Fuß gefasst" bilden sich neue Sporen die dann die Luft übermäßig kontaminieren.

Raumtemperatur: °C (gemessene Raumtemperatur eingeben)
Luftfeuchtigkeit: % (gemessene Raumluftfeuchtigkeit eingeben)
Wassergehalt g Wasserdampf pro m³ Luft
Wassergehalt Liter Wasserdampf pro m³ Luft
Kondensationspunkt / Taupunkt

Mit Schimmel befallene Stellen sollten gründlich gereinigt und behandelt werden. Die mechanische Beseitigung ist notwendig jedoch nicht die Lösung eines Schimmelproblems. Ist ein Teil der Wand zu kalt liegt das an der Wärmedämmung bzw gibt es eine Kältebrücke die beseitigt werden muss.

Kontrolle - kontrolliertes Lüften

Temperatur und Luftfeuchtigkeitskontrolle

hydrometerUm auch wirklich einen Überblick über die Klimazustände zu haben, sollte ein Thermometer und ein Hygrometer vorhanden sein. Im Handel gibt es viele verschiedene Varianten für "kleines" Geld. Besonders interessant sind die digitalen Ausführungen mit gleichzeitiger Außenmessung der Temperatur + Luftfeuchte.
Im Bild ist die Anzeige eines solchen Messgerätes abgebildet (ca. 22 €uro). Die beiden oberen Werte bilden von links nach rechts die Temperatur in C° und die Luftfeuchte in % (RH: relative humidity). Die unteren Werte sind in unserem Fall per Funk von außen übertragen.
Die Luftfeuchte von 89 % wurde an einem Regentag gemessen.

1. Wie oft sollte ich Lüften?

Als Richtwert gilt 2 bis 4 mal am Tag. Je mehr Personen sich in den Räumlichkeiten aufhalten, umso mehr Feuchtigkeit wird auch  durch die Atmung produziert. Aber etwas wichtiges gibt es noch: Wir Menschen verbrauchen Sauerstoff. Wenn wir nicht regelmäßig Lüften haben wir unter anderem auch zu viel CO² in unseren Räumen.

2. Kurz und effektiv Lüften!

Um nicht zu viel Heizenergie zu verlieren ist es sinnvoll kurz zu lüften. Zwischen 5 bis maximal 10 Minuten schlagen die Spezialisten vor. Eine "Dauerlüftung" durch ein angeklapptes Fenster in der kalten Jahreszeit sorgt dafür das das Mauerwerk ebenfalls mit herunterkühlt. Dieses wieder aufzuheizen dauert Stunden und ist energetisch aufwendig. Ziel des kurzen Lüftens ist es die verbrauchte und feuchte Luft auszutauschen ohne dabei die Wände, die als Wärmespeicher dienen, mit abzukühlen.

3. Querlüften!

Damit auch wirklich effektiv die gesammte Luft in einer kurzen Zeit ausgetauscht werden kann ist das Querlüften unabdingbar. Hierfür öffnet man alle Türen und Fenster damit der Luftzug durch das ganze Haus bzw. durch die Wohnung geht. Wenn draußen ein leichter Wind weht dann sind 5 Minuten Lüftungszeit absolut ausreichend.

4. Vor dem Lüften die Heizkörper abregeln!

Logischer Weise wird wärend dem Lüften die Heizung abgedreht. Wir wollen ja die Wärme drin haben und nicht die Außenwelt aufheizen. Hier ist vorrauschauende Planung gefragt. Sinn macht es die Heizkörper ca. 15 bis 20 Minuten vor dem Lüften abzuregeln. So können Sie die zugeführte Energie noch abgeben und sind zum Zeitpunkt des Lüftens im Optimalfall auf Zimmertemperatur. Der Heizenergieverlust ist somit am geringsten.

5. Heizkörper verursachen eine Luftumwälzung

Durch die Thermik entsteht im Raum eine automatische Luftumwälzung die dafür sorgt das Temperatur und Luftfeuchte gleichmäßig verteilt werden. Der positive Effekt ist die gleichzeitige Trocknung von Kondenswasser, die an kälteren Bauteilen im Raum entstehen kann. So sind gerade im Fensterbereich die Ränder der Glasscheiben und auch die Fensterlaibungen durch Kältebrücken kondeswassergefärdete Bereiche.

6. automatisierte Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung

Neubauten und energetisch sanierte Objekte werden immer dichter so dass eine "Zwangsbeatmung" nötig wird. Mit der energetischen Sanierung soll ja nicht nur die Umwelt geschont werden sondern Ziel ist es ja auch Energiekosten einzusparen. Viele Objekte haben durch die nachträglich hergestellte Dampfdichtheit ein Wasserproblem bekommen und damit auch ein Schimmelproblem. Das war natürlich überhaupt nicht im Sinne der Investoren. Alternativ zur manuellen Lüftung der Mieter und Besitzer wurden Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnungssystemen entwickelt. Hier gibt es zwei verschiedene Varianten: das Gegenstromprinzip und das Kreuzstromprinzip wie im unteren Schema zu sehen.

lueftungsanlage - schema - Wärmerückgewinnung / Gegenstromprinzip Kreuzstromprinzip

Vorteil ist die vollautomatisierte Lüftung und gleichzeitig ein weiteres energetisches Einsparpotenzial. Durch die noch recht hohen Investitionskosten ist eine wirtschaftliche Tragfähigkeit im Einzelfall zu prüfen.

kontrolliertes Heizen

Verschiedene Heizkörper-Regelungen im Vergleich

manuelles Heizkörperthermostat

die meisten Heizkörper besitzen noch einen manuellen Thermostatkopf. Auf Ihm sind die Zahlen 1 bis 5 und ein Stern seitlich aufgedruckt. Die Markierung mit dem Stern ist als Frostschutzeinstellung zu betrachten und entspricht einer Regelung von 5 - 7 C°.

  • 1 = 12 C°
  • 2 = 16 C°
  • 3 = 20 C°
  • 4 = 24 C°
  • 5 = 28 C°

Eine gute Funktion der Regelung ist gewährleistet wenn kein Wärmestau über der Heizung entsteht. Erwärmt sich der Thermostatkopf zu schnell bevor die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist wird das gewünschte Ergebnis nicht erreicht.

automatisches Heizkörperthermostat

elektronisches raumthermostatAutomatische oder auch elektroniosche Heizkörperthermostate sollen bis zu 30 % der Heizenergie einsparen können. Sie sind mit einer Zeitschaltuhr und einer temperaturgesteuerten Regelung genau zu programmieren. Es können mehrere Heizperioden mit unterschiedlichen Temperaturen eingestellt werden. Sie haben den Vorteil wirklich präzise jeden einzelnen Heizkörper anzusteuern und sind nicht so "vergesslich" wie wir Menschen. Die Steuerung des Ventils übernimmt ein kleiner Stellmotor. Die Energieversorgung erfolgt über Akkus oder Batterien. Aus eigener Erfahrung halten die Batterien ca. 1 Jahr und länger (2x AA). Einige elektronische Thermostate haben sogar eine Lüfterfunktion. Wenn das Fenster zum Lüften geöffnet wird fällt danach schnell die Themperatur ab. Das erkennt das Thermostat und pausiert den Heizkörper für 15 Minuten. Die Preise liegen zwischen 12 und 40 € pro Thermostat.